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Zurück bei Arch Linux

Einige mögen mich jetzt für verrückt erklären, aber ich habe schon wieder die Distribution gewechselt. Anlass war die mangelhafte Unterstützung von GNOME 3.8 unter Ubuntu 13.04 und dass ich unter Fedora einfach nicht mit RPM warm geworden bin. Inspiriert durch Christophs Umstiegsversuch auf Arch Linux, möchte ich dieser tollen Distribution noch eine weitere (die dritte oder vierte) Chance geben.

GNOME 3.8 unter Arch LinuxVom Herunterladen des Installationsabbildes bis zum fertig installierten System vergingen weniger als eine Stunde, denn die Installation ist mehr als vorbildlich sowohl im englischen als auch deutschen Wiki beschrieben. Ich bin persönlich nach der deutschsprachigen Anleitung vorgegangen und alles hat – wie bei meinen vorherigen Versuchen auch – wunderbar geklappt. Als Desktopumgebung setze ich natürlich – wie weiter oben schon erwähnt – GNOME 3.8 ein, das ich ganz einfach über die Pakete gnome und gnome-extra installiert habe. Dadurch erhält man ein vollkommen unberührtes, unmodifiziertes, vollständiges und konsistentes GNOME. Ein Vergleich mit dem GNOME 3.8 aus dem Ubuntu-PPA ist wie ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen.

Insgesamt läuft mein Arch Linux nun schon seit rund drei Stunden und stellt mich bislang sehr zufrieden. Das einzige Problem, das aufgetreten ist, war eine nicht automatisch via Systemd startende Netzwerkverbindung. Da ich sowieso lieber den networkmanager mitsamt network-manager-applet nutze, was eine Konfiguration über grafische Tools ermöglicht, war das jedoch kein Problem von Dauer. Allgemein ist die Konfiguration von Systemd anfangs leicht irreführend und erfordert unter Umständen ein wenig Einarbeitungszeit. Aber das lohnt sich, denn dann macht Arch wirklich viel Spaß.

Natürlich ist alles, was in diesem Artikel steht, eine sehr voreilige vorläufige Einschätzung, da keinerlei Langzeiterfahrungen bestehen. Dennoch bin ich diesmal zuversichtlich, dass ich über einen langen Zeitraum mit Arch glücklich werde. Ob das wirklich so ist, erfahrt ihr hier in meinem Blog natürlich als erstes!

PS: Das Wallpaper stammt übrigens von nknwn auf Deviantart.

23 Kommentare zu “Zurück bei Arch Linux

  1. ich wette eine halbe, grüne tomate, dass du dich bald darüber ärgerst ^^

    mich selbst juckts bei arch auch immer wieder, aber der administrative aufwand bei dieser distro ist ja derart enorm… so kuhl wie arch is, das maintenance-usage-verhältnis is da nich besonders günstig :)

    • Wir werden sehen :-D Ich hoffe einfach mal, dass es diesmal anders ist.

      Deinen Wetteinsatz darfst du behalten ;-)

    • Ich würde mal behaupten, dass Arch Linux weniger aufwändig zu warten ist als ein Ubuntu, welches halbjährlich eine Update-Orgie durchlaufen muss.

      Gut, den News-Feed sollte man eigentlich sicherheitshalber abonnieren, und vor jedem Update checken ob was geschrieben wurde, sonst kanns schon mal vorkommen dass was kaputt geht (Aber nix, was sich nicht ohne chroot von nem live-usb-stick beheben ließe).

  2. Ich könnte jetzt sagen “Raus aus meinem Kopf!” aber ich lass es – habe gestern auch (mal wieder) den Wechsel von Ubuntu zu Arch vollzogen. Die Installationsdoku im Wiki ist erste Sahne, da muss ich dir recht geben. Das Grundsystem ist schnell installiert – KDE oder Gnome ebenfalls. Das ganze Feintuning dauert allerdings etwas. Ich freu mich schonwieder auf den Disput mit den zwei Grafikkarten im Laptop ^^
    Anyway – ich wünsch dir viel Erfolg mit Archlinux und hoffe auf noch einige tolle Berichte und Tipps diesbezüglich ;-)

    Gruß
    Andi

    PS: “archey” ist Bestandteil eines Paketes aus den normalen Repos, oder gibts des um AUR? Würde selber nachschauen, bin aber grade noch mitten in der Installation/Einrichtung ^^

    • Das Finetuning braucht tatsächlich ein wenig Zeit, aber dieses Feintuning benötigt bei mir auch Ubuntu. Ich habe ursprünglich auch mal ein Notebook mit zwei Grafikkarten kaufen wollen, habe aber zum Glück darauf verzichtet ;-)

      Archey ist leider nicht in den offiziellen Repos zu finden, ich habe es also aus dem AUR installiert.

      Grüße
      Marius

  3. Ernüchterung macht sich breit …

    Tja, ich hatte noch eine zweite 60 GB Platte für mein Amilo Pro rumliegen und dachte, naja, probierste es mal aus. Arch selber und alle darauf aufbauenden Distros ausser Manjaro schmierten schon beim Booten mit einer Kernelpanik ab.

    Manjaro hatte ich in den Geschmacksrichtungen Openbox, E17 und Cinamon/Gnome in genau dieser Reihenfolge ausprobiert. Openbox gefiel mir rein optisch nicht, E17 zeigte nur einen schwarzen Bildschirm und Cinamon liess sich wenigstens installieren. Schnell gebootet, auf Gnome umgeschaltet und die schicken Gnome-Shell vor mir – so weit, so gut. WLAN einrichten ging nicht, Passwort immer falsch. Ahja, klar, warum sollte eine intelligente Software auch die bereits vorgenommene Länder/Sprach/Tastaturinstellung behalten und in das System übernehmen. Also erstmal alles auf Deutsch umgestellt und schwupp wollte das System Aktualisierungen installieren (Webkit-Gedöns u.ä.).

    Irgendwas wurde runtergeladen und crashte dann den Desktop mit einer fiesen Fehlermeldung (mehrzeiliges Nerdgeblubber, für Normalmenschen unverständlich). Aha. Unter Ubuntu hatte ich wenigstens “nur” die übliche “..hat einen internen Systemfehler festgestellt” Meldung pro Bootvorgang auf dem Bildschirm.

    Wie auch immer – das ganze Zeug ist wirklich unbrauchbar für Leute, die mit ihrem System arbeiten müssen oder wollen. Nachdem ich vor Wut schon meine Windows 7 DVD in der Hand hatte, habe ich mich dann besonnen und Ubuntu/Unity installiert. Ohne Probleme. Ohne Fehlermeldungen.

    Soviel zu meinem Arch-Abenteuer …bin ich froh, das man unter Linux die Wahl hat.

    • Schade, dass Arch bei dir nicht ohne weiteres funktioniert. Manjaro habe ich vor rund 1,5 Monaten auch mal ausprobiert und mich damit mehr oder weniger nur rumgeärgert. Das Projekt braucht noch Zeit.

      Irgendwas wurde runtergeladen und crashte dann den Desktop mit einer fiesen Fehlermeldung (mehrzeiliges Nerdgeblubber, für Normalmenschen unverständlich). Aha. Unter Ubuntu hatte ich wenigstens “nur” die übliche “..hat einen internen Systemfehler festgestellt” Meldung pro Bootvorgang auf dem Bildschirm.

      Gerade das finde ich an Arch besser. Es versteckt nichts vor dem Benutzer.

      • Naja, aber was nützt mir ein mehrzeiliges “Programmierer-Fenster”, in dem für mich nicht nachvollziehbare Meldungen stehen. man ist dann schon gezwungen, genervt auf OK, Abruch oder den Reboot-Button zu klicken (oder aufs Terminal zu wechseln). Klar, auch bei Ubuntu-Gnome sind die ständigen (!) Systemfehlermeldungen nervig. Ich schau mal weiter, was es unter Linuxdistros noch so gibt und rund läuft. Letgtlich bleibt wohl nur Debian oder Gentoo übrig ;)

  4. Ich bin derzeit auch drauf und dran, auf Arch zu wechseln, habe aber bisher den Aufwand auch gescheut. Ubuntu ist halt für Faule wie mich gut, aber ich hätte auch gern eine saubere aktuelle GNOME Shell und spekuliere auch darauf, dass die generellen Performanceprobleme damit behoben werden könnten. Ich hatte mal Sabayon getestet, das hatte mich aber nicht wirklich überzeugt.

  5. Warum bist du eigentlich wegewechselt?

    Ich bin gerade auf dem Weg von Xubuntu nach Debian Testing um ein stabileres System aber halbwegs rollend zu bekommen.

    Arch ist sicher toll, aber schon bei Ubuntu haben mich die ganz kleinen Bugs aufgeregt, das wird bei Arch Linux auch so sein, auch wenn die Bugs dort schneller verschwinden.

    • Ubuntu war mir – gerade im Bezug auf die GNOME-Shell – nicht aktuell genug. Außerdem gab es durch das GNOME-PPA für Version 3.8 immer wieder Fehlermeldungen.
      Diese Probleme sind unter Arch gelöst.

  6. Habe jetzt mal (aus Frustration) plain Ubuntu 13.04 mit Unity installiert. Was soll ich sagen. Problemlose Installation, die im Livesystem eingestellten Infos zum WLAN, Sprache etc. wurden automatisch ins installierte System übernommen, alles ging butterweich, das System nach der Installation bootete ebenfalls ohne Zicken. Keine Fehlermeldungen, das System ist schnell, wesentlich schneller und “smoother” als Gnome 3.8 auf dem gleichen Notebook (Amilo Pro, P4M 1.73GHz, 2GB Speicher, Radeon X300). Sogar der Energiesparmodus funktioniert ootb .. und der Lüfter ist wesentlich seltener zu hören als unter jedem anderen System.Ich bin nie ein Fan von Unity gewesen aber vieleicht muss ich doch mal umdenken.

    • Wer auf ein standardmäßiges Ubuntu mit Unity setzt, der ist bestimmt nicht schlecht beraten. Ich mag die GNOME-Shell einfach lieber, deshalb möchte ich diese nutzen. Da das unter Ubuntu nicht vernünftig möglich ist, setze ich auf Arch ;-)

      Dass Unity schneller als die GNOME-Shell ist, kann ich kaum glauben.

      • > Dass Unity schneller als die GNOME-Shell ist, kann ich kaum glauben.

        Ich auch nicht. Aber auf dem Rechner ist es nunmal so. Gnome-Shell 3.4/3.6/3.8 lief dort nie wirklich flüssig und “smooth”. Es ruckelte fast immer ein wenig, stellenweise reagierte der Hotspot oben link nur verzögert und die Animationen waren nie wirklich angenehm.

        Wie schon gesagt, KDE ist keine Option, Opensuse läuft nicht wirklich rund und ich hasse RPM, Arch mag bei mir anscheiend nicht wirklich laufen – wenn ein System beim Installieren Core Dumps aufs Parkett legt, dann ist das für mich ein Wink mit dem Zaunpfahl. Bleiben also Mint oder Ubuntu, Mint ist für mich ein kapputtgespieltes, nahezu unbrauchbares Systen, sozusagen der buckelige Zwillingsbruder von Ubuntu. Oder um es kurz zu machen – Plain Ubuntu ist momentan das einzige System, welches bei mir rund läuft.

        Hängt natürlich von meinen Anforderungen und meiner Hardware ab – um Gottes Willen bitte nicht als allgemeines “Ubuntu ist besser als andere” Gefasel verstehen. Ist nur eine Momentaufnahme und kann sich mit der nächsten Version bzw. Update wieder gravierend ändern. Ich werde Arch (und davon abgeleitete Distros) trotzdem mal im Augenwinkel behalten.

        • Wo du gerade Linux Mint ansprichst, das kann ich nur bestätigen. Selten sowas halbgares gesehen.

          Aber das ist das tolle an Linux: Man hat die Wahl!

          • Ich kann Normys Berichte über das hakelnde Gnome bei Ubuntu durchaus bestätigen. Ich hab auch ein recht schwaches Netbook (1.3GHz Celeron, Intel GMA 950, 4GB RAM) und dort hatte ich sowohl Ubuntu (Unity) als auch Ubuntu Gnome laufen – wiedererwarten lief beides gleich mies. Bei Unity kann ichs sogar noch verstehen, aber das selbst Gnome hakt – schon eigenartig. Ein reines Debian 7 mit Gnome lief wiederum absolut smooth – sehr seltsam.
            Arch Linux mit Gnome – läuft gut – mit KDE läufts allerdings sogar (subjektiv) besser :-)

            Ich denke solche Unterschiede zwischen den Oberflächen und Distributionen merkt man nur noch auf älteren / schwächeren Systemen. Bei leistunsfähigerer Hardware sind Performanceunterschiede kaum noch aufgefallen – hier gehts denke ich einzig und allein nach dem persönlichen “Geschmack” :-)

  7. Genauso ist das !

  8. Hai Marius,

    also ich habe aufgrund von deiner und Christophs (LinuxUndIch.de) Erfahrung auch mal auf Arch umgestellt (gekommen bin ich von Ubuntu, Sabayon, Fedora und OpenSuse). Was soll ich sagen, ich bin begeistert. Bei allen anderen Distris habe ich entweder mit meiner WLAN Karte oder meine Optimus Karte (oder auch mit beiden) gekämpft. Die Installation von Arch hat sich extrem einfach gestaltet. Auch wenn sie über die Kommandozeile funktioniert.
    Die Gnome-shell läuft so schnell und reibungslos, wie noch nie und ich bin jetzt nach kurzer Zeit schon sehr angetan von den Update und Installationsmechanismus. Danke für den Tipp.

    Gruß

    Volker

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