[Update] Der proprietäre AMD-Grafiktreiber wird nicht besser (mit Lösung)

catalyst

Bereits Ende letzten Jahres habe ich mich über den AMD-Grafiktreiber hier im Blog ausgelassen. Damals war dieser völlig unbrauchbar, wenn man die GNOME-Shell oder Unity nutzen wollte. Die Fenster ruckelten nur noch über den Desktop und auch der Rest der Arbeitsoberfläche war schlicht gesagt extrem träge. Auch andere Blogger, wie zum Beispiel Valentin von picomol, sprachen das Thema an und kamen insgesamt zum gleichen Ergebnis: Was AMD da abliefert ist einfach peinlich.

In der Zwischenzeit wurde seitens AMD mehrmals Besserung gelobt, unter anderem Anfang diesen Jahres. Heute habe ich mir dann gedacht, probierst du den neuen Catalyst doch einmal aus. Ich nehme es sofort vorweg, ich bin enttäuscht. Das einzige was sich seit meinem letzten Test des Treibers verändert hat, ist, dass die GNOME-Shell nun nicht mehr abstürzt. Aber was nützt einem das, wenn der Desktop nur so vor sich hin ruckelt? Alles in allem kann man also das Fazit von Ende letzten Jahres wiederholen: Der Treiber ist unbrauchbar.

Da ich die 3D-Leistung des Treibers aber benötige, habe ich nach einem Workaround Ausschau gehalten. Diesen findet man direkt im verlinkten Thread im Ubuntu Forum. Damit die GNOME-Shell (bzw. Unity) flüssig über den Bildschirm läuft, muss VSync deaktiviert werden. Dies geht (im laufenden Betrieb) mit folgendem Befehl:

CLUTTER_VBLANK=none gnome-shell --replace

Dabei wird erstens VSync deaktiviert und zweitens die GNOME-Shell neugestartet. Der Desktop sollte nun weitgehend flüssig laufen, nur hier und da fällt ein leichtes Tearing auf. Aber dieser Befehl soll natürlich auch beim Start direkt ausgeführt werden, denn wer möchte diesen Befehl bei jedem Systemstart anwenden. Dies machen wir folgendermaßen:

Zuerst öffnen wir die Datei /etc/profile. Alle in dieser Datei enthaltenen Befehle werden automatisch beim Systemstart ausgeführt.

gksudo gedit /etc/profile

In diese Datei schreiben wir dann die Zeile export CLUTTER_VBLANK=none. Das ganze sieht dann so aus:

Nun noch speichern und das Ruckeln sollte sich zurückhalten.

Update 10.03.12 – 12.00 Uhr:

Solltet ihr statt der GNOME-Shell Unity verwenden, so könnt ihr VSync ganz einfach mit dem CompizConfig Einstellungs-Manager ausschalten. Dafür müsst ihr diesen zuerst einmal installieren:

sudo apt-get install compizconfig-settings-manager

Dann öffnet ihr diesen, indem ihr im Dash nach Compiz sucht. Klickt dann im Manager auf OpenGL. Dann entfernt ihr den Haken bei Mit VBlank synchronisieren und ab sofort sollte auch Unity ruckelfrei laufen.

Vielen Dank an Jallajalla für den Tipp!

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7 Kommentare zu “[Update] Der proprietäre AMD-Grafiktreiber wird nicht besser (mit Lösung)

  1. Cool, das Ruckeln war mir gar nicht aufgefallen, aber jetzt merk ich es.

    Auf meinem Laptop benutze ich mittlerweile den OpenSoure-Treiber, aber auf dem Desktop nachwievor den Catalyst. Vor allem weil mit dem OpenSource-Treiber der Lüfter auf Fullspeed läuft, das ist aber extrem laut und nervig.

  2. Was du erwähnen solltest das man auch einfach via compiz vblank abschalten kann , und dann läuft unity richtig gut . Bei Gnome Shell kann ich es aber bestätigen es läuft immer noch schlimm da sollte man wirklich beim opensource Treiber bleiben.

  3. Für mich ist das leider keine Lösung, da ich VSync als wichtiges Feature nicht abschalten möchte. Tearing stört mich noch mehr als (leichtes) Ruckeln. Jedenfalls beweisen die Gnome-Entwickler leider kein großes Können in Sachen flüssiger Desktop-Erfahrung. Unter 10.04 mit Compiz gibt es selbst auf meinem Netbook mit 1.6Ghz-Atom kein Ruckeln, Gnome+Mutter ruckelt selbst auf meinem Athlon-II-X3 mit 2.9Ghz und schneller Grafikkarte.

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