Bereits vor ein paar Tagen, haben ich darüber berichtet, dass die erste Beta von Ubuntu 12.04 LTS veröffentlicht wurde. Dort habe ich unter anderem versprochen, dass ich mir die Beta auch einmal anschauen möchte. Hier im Artikel folgt jetzt also die Einlösung meines Versprechens.
Was fällt auf?
Die erste Änderungen, die man nach der Installation von Ubuntu 12.04 erblickt, betreffen den Desktop-Manager LightDM. Dieser hat allerdings nur einige optische Anpassungen und Spielereien verpasst bekommen, sodass sich zum Beispiel das Hintergrundbild des Managers an das des ausgewählen Benutzers anpasst. Außerdem ist nun ein Pfeil im Feld des Kennworts enthalten, mit dem man die Anmeldung ausführen kann.
Nach der Anmeldung erkennt man auf dem Desktop erst beim zweiten Blick kleine Änderungen. So wurde auffälligerweise der Dash-Button halb-transparent gestaltet, sodass die Farbe vom Hintergrundbild leicht durchschimmert. Auch das ist wohl nur eine optische Spielerei. Klickt man jedoch auf diesen Button, gibt es die erste Änderung, die auch den Arbeitsalltag leicht verändert. So findet man auf der Dash-Startseite nun nicht mehr acht vorgegebene Programme, sondern es werden die letzten verwendeten Programme aufgelistet. Diesen Schritt begrüße ich, da ich der bisherigen Dash-Startseite nur wenig abgewinnen konnte. Ansonsten befindet sich auch die zweite mir aufgefallene Änderung im Dash. Hier gibt es nun eine Videolinse, wo man nicht nur lokale Videos, sondern auch Online-Videos finden kann. Wünschenswert wären hier aber mehr deutsche Dienste. Außerdem funktionierte die Online-Suche bei mir noch nicht.
Eine kleine Änderung gibt es auch im Global-Menu. Die einzelnen Menüpunkte werden nach dem Start einer Anwendung nun für ein paar Sekunden eingeblendet, so dass auch Ubuntu-Einsteiger sofort wissen, wie sie das leicht versteckte Menü finden.
Kommen wir nun aber zum größten neuen Feature, was schon vielfach angepriesen wurde, dem HUD-Menu. Drückt man in einer (unterstützen) Anwendung die [alt]-Taste, so kann man direkt nach einer bestimmten Aktion suchen, die man sonst mühsam im Programmenü hätte finden müssen. Das ganze klappt erstaunlich gut und intuitiv, wodurch mir das Feature doch sehr sympathisch ist. Wenn bis zum finalen Release noch mehr Anwendungen unterstützt werden, wird das HUD-Menu sicherlich seine Anhänger finden.
Ansonsten ist noch anzumerken, dass sich die Batterielaufzeit auf meinem Lenovo Thinkpad Edge E320 sehr zum positiven entwickelt hat. Ohne irgendwelche Optimierungen erreiche ich die gleiche Akkulaufzeit wie mit meinem optimieren Ubuntu 11.10. Ubuntu ist ab Version 12.04 also auch wieder uneingeschränkt für Sandy-Bridge-Systeme geeignet.
Zum Abschluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass es während der Testzeit zu vielen Fehlern kam, wodurch ich nochmal die Warnung von offizieller Seite bestätigen kann. Die Beta-Version ist schön zum Testen, jedoch meiner Meinung nach keinesfalls zum produktiven Einsatz geeignet.
7. März 2012 um 21:13 Uhr
Ich arbeite seit Dezember gut gesichert mit der damaligen Alpha produktiv. Bis auf zwei Tage hatte ich keine ernsthaften Probleme. Die tatsächlich manchmal häufigen Fehlermeldungen vor allem im Januar haben meine Arbeit gebremst, weil ich immer einen Bug-report machen ließ, aber nicht verhindert. Ich finde es sehr stabil. Gestern hatte ich aus Versehen Unity deinstalliert und konnte es wegen Unstimmigkeiten in den Paketquellen nicht wieder installieren – das Betriebssystem lief als etwas witzige Rumpf-Gnome-Variante mit Compiz. Es ist also sehr stabil.
Mittlerweile lasse ich ein Mint 12 mit den Paketquellen von Precise laufen, auch produktiv eingesetzt, wegen Gnome 3.2; alles schnackelt bis hin zur Videobearbeitung. 1204 Precise wird richtig gut. Ich bin mir sicher.
8. März 2012 um 07:25 Uhr
@bostaurus: Nur kurz eine Verständnisfrage: Du hast bei Mint 12 oneiric in den Quellen durch precise ersetzt und das läuft ohne Probleme? Oder gibt es da noch was zu beachten?
8. März 2012 um 14:55 Uhr
Das würde mich auch interessieren.
9. März 2012 um 07:47 Uhr
Ja. Ich habe zuerst ganz regulär Mint 12 mit Gnome 3 installiert. Dann ergänzte ich als root in /etc/apt/sources.list die vorhandenen Angaben mit denen aus meiner Alpha-Ubuntu-1204-Precise-sources.list.
Dritter Schritt: Quellen aktualisieren mit sudo apt-get update. Vierter Schritt: sudo apt-get dist-upgrade -d; da hat sich die öffnende Oberfläche geweigert, etwas zu machen.
5. Schritt: sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade; danach sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade.Nachdem das durchgelaufen war, Neustart.
6. Deaktivieren der Oneiric-Quellen durch Vorstellen einer Raute in der sources.list.
7. Für die Aktualisiereng nehme ich die Terminalbefehle; den Mint-Button benutze ich nur, wenn der sich meldet. Ich vermute, er reagiert nur auf Oneiric und Mint-Eigengewächse.
8. Nachbemerkung: War selber verwundert, dass es so problemlos geht. Aufgrund des direkten Vergleichs zweier komplett gleich eingerichteten Betriebssysteme mit allem Drum und Dran, durch den direkten Vergleich zwischen Gnome und Unity würde ich sagen: Gnome läßt sich etwas günstiger mit der Maus bedienen (für mich besser, wenn ich müde bin), Unity ist für mich “tastaturlastiger” (für mich die meiste Zeit besser).
Anbei die sources.list meines frisierten Mint 12:
deb http://packages.linuxmint.com/ lisa main upstream import
# deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu/ oneiric main restricted universe multiverse
# deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu/ oneiric-updates main restricted universe multiverse
# deb http://security.ubuntu.com/ubuntu/ oneiric-security main restricted universe multiverse
# deb http://archive.canonical.com/ubuntu/ oneiric partner
# deb http://packages.medibuntu.org/ oneiric free non-free
# deb http://archive.getdeb.net/ubuntu oneiric-getdeb apps
# deb http://archive.getdeb.net/ubuntu oneiric-getdeb games
deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu/ precise main restricted universe multiverse
deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu/ precise-updates main restricted universe multiverse
deb http://security.ubuntu.com/ubuntu/ precise-security main restricted universe multiverse
# deb http://archive.canonical.com/ubuntu/ precise partner
# deb http://packages.medibuntu.org/ precise free non-free
##
# später aus sources.list der Original-Ubuntu-1204-Alpha hinzugefügt
deb http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu/ precise universe
deb-src http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu/ precise universe
deb http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu/ precise-updates universe
deb-src http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu/ precise-updates universe
#
deb http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu/ precise multiverse
deb-src http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu/ precise multiverse
deb http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu/ precise-updates multiverse
deb-src http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu/ precise-updates multiverse
#
deb http://security.ubuntu.com/ubuntu precise-security main restricted
deb-src http://security.ubuntu.com/ubuntu precise-security main restricted
deb http://security.ubuntu.com/ubuntu precise-security universe
deb-src http://security.ubuntu.com/ubuntu precise-security universe
deb http://security.ubuntu.com/ubuntu precise-security multiverse
deb-src http://security.ubuntu.com/ubuntu precise-security multiverse
#
deb http://archive.canonical.com/ubuntu precise partner
deb-src http://archive.canonical.com/ubuntu precise partner
#
deb http://extras.ubuntu.com/ubuntu precise main
deb-src http://extras.ubuntu.com/ubuntu precise main
1. April 2012 um 14:42 Uhr
bei mir läuft Oneiric Ozelot 11.10 mit gnome 3 – das ist ja schon perfekt !
Jetzt würde mich interessieren, ob ein Umstieg auf 12.04 noch zusätzlich etwas bringt, wenn unter der Haube wieder gnome 3 (nicht unity) laufen soll.
2. April 2012 um 14:01 Uhr
Natürlich hast du ein paar Vorteile. So sind z.B. die Programme in aktuelleren Versionen dabei und auch unter der Haube hat sich einiges verändert. So ist zum Beispiel ein aktueller Kernel enthalten, der die Stromsparfunktionen von Sandy-Bridge-Systemen ausnutzen kann uvm. Außerdem ist Version 12.04 ein LTS-Release, wird also für fünf Jahre mit Updates versorgt.
7. März 2012 um 22:16 Uhr
Ich hab es noch nicht wirklich getestet, bin aber auf HUD äußerst gespannt.
7. März 2012 um 22:29 Uhr
Das HUD ist eine wirklich tolle, längst überfällige Erfindung.
9. März 2012 um 08:40 Uhr
Bei mir erscheint das Head-up-display zwar, hat aber keinerlei Wirkung: Ich versuchte es mit deutschen und englischen Befehlen. Wenn ich anfing, ein Kommando einzutippen, kam eine Zeitlang das Suchsymbol – mit zwei Fingern schreibend war ich allemal schneller als das Display. Es könnte eine gute Sache werden, wenn es schnell wäre und der Nutzer die mögliche Befehle zumindest im Ungefähren kennt.
Trotz des Verschachtelungsvorwurfs an das klassische Menü: Ich kenne noch keine neue Menüform, die besser ist. Das mir bekannteste ist das neue Menü in MS-Office 2007/10; auch da ist der Menüpunkt, den man als nächsten braucht, meistens nicht in der gerade gezeigten Auswahl; also doch mehrere Clicks.
17. April 2012 um 12:26 Uhr
Freu, noch 9 Tage.
Bin schon ganz auf das HUD gespannt und auf die Rückkehr von Rhythmbox.
Guter Beitrag, trifft den Nagel auf den Kopf
Gruß, Dennis
Open-Source-Blog-Netzwerk
Geschenke!
Themen
Tags