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Erste Schritte: Ubuntu selbst neben Windows installieren (Teil 2)

Neben der im letzten Artikel beschrieben Methode, Ubuntu automatisch neben Windows installieren zu lassen, gibt es auch noch den Weg, selbst Partitionen anzulegen und die Betriebssysteme dementsprechend auf diese zu installieren. Dabei habe ich eine Neuinstallation von Windows vorgenommen, wie ich sie auch in diesem Artikel beschreiben werde.

1. Dateien sichern

Es ist wichtig, dass Ihr all Eure wichtigen Dateien auf irgendeinem Speichermedium sichert, denn in den folgenden Schritten werden diese von der Festplatte gelöscht. Idealerweise sollte das eine externe Festplatte mit ausreichend Speicherplatz sein, denn alles auf CDs zu brennen ist eine mühselige Arbeit, denn in der Regel besitzt man mehrere Gigabyte Daten, die unmöglich auf eine CD oder DVD passen.

2. Windows reinstallieren

Zunächst muss Windows von der Festplatte gelöscht werden. Dazu legt Ihr Eure Windows-Installation-CD bzw -DVD ein und startet mit einem Neustart die Installation. Wählt im ersten Schritt die richtigen Sprachoptionen und bestätigt diese mit einem Klick auf „Weiter“. Im Folgenden klickt Ihr auf „Jetzt installieren“. Akzeptiert die Lizenzbedingungen und wählt im nächsten Schritt „Benutzerdefiniert (erweitert)“. So gelangt Ihr zu einem Bereich, in dem Ihr Partition erstellen, löschen und formatieren könnt.

Als erstes müssen alle vorhandenen Partitionen gelöscht werden. Dabei werden alle Daten gelöscht. Sind alle Partitionen gelöscht, sollte lediglich ein Eintrag mit dem Titel „Nicht zugewiesener Speicherplatz auf Datenträger …“ vorhanden sein. Wählt diesen aus und erstellt eine neue Partition mit einem Klick auf „Neu“. In dem erscheinenden Dialog könnt Ihr den Speicherplatz der Partition bestimmen. Diese sollte mindestens 20 GB groß sein, allerdings würde ich ihr ruhig mehr Speicherplatz zuweisen, denn Ihr wollt mit Sicherheit auch einige Dateien auf dieser abspeichern. Ist die Partition erstellt, lasst ihr den unpartitionierten Bereich einfach so, wie er ist, also unpartitioniert und klickt auf „Weiter“. Eventuell taucht eine Meldung auf, dass Windows noch zusätzlichen Speicher braucht, um Windows starten zu können. Bestätigt diese Meldung einfach. So wird eine weitere Partition erstellt, die ungefähr 100 MB groß ist.

Die Windows-Installation startet nun. Nachdem diese beendet ist, startet der Rechner neu und Windows richtet sich ein. Ist alles fertig, legt die Ubuntu-Installation-CD oder -DVD ein und startet den Rechner wieder neu.

3. Ubuntu installieren

Die Ubuntu-Installation sollte nun starten. Wählt dann „Ubuntu ausprobieren“. Taucht ein Desktop von Ubuntu auf, klickt Ihr oben auf das erste Symbol in der Leiste, also das Ubuntu-Logo, und gebt im Suchfeld „gparted“ ein und startet die Anwendung. Es sollten zwei (oder drei) Einträge erscheinen, nämlich „/dev/sda1“ (und „/dev/sda2“) und „unallocated“, den unpartitionierten Bereich.

Für Ubuntu brauchen wir noch drei weitere Partitionen. Es reichen auch zwei, allerdings empfehle ich drei. Auf einer der drei Partitionen wird Ubuntu installiert, auf der zweiten erstellen wir die sog. „Home-Partition“, auf der Eure Dateien und Einstellungen gespeichert werden, und die dritte Partition brauchen wir als SWAP, so etwas ähnliches wie die Auslagerungsdatei von Windows.

Als erstes klickt Ihr mit einem Rechtsklick auf den unpartitionierten Bereich und wählt „New“. Als erstes erstellen wir die Partition für Ubuntu. Gebt in das Feld „New Size (MiB)“ den Wert 20480 ein und wählt als Dateisystem „ext4“. Bestätigt Eure Eingabe. Als nächstes erstellen wir eine erweiterte Partition auf Eurer Festplatte. Dazu nochmal klickt Ihr erneut auf den unpartitionierten Bereich und klickt wieder auf „New“ und wählt in dem Dialog bei „Create as“ „Extended Partition“ aus und bestätigt mit „Add“. In dieser Partition erstellen erstellen wir nun die SWAP-Partition, die ungefähr so groß sein sollte, wie Euer Arbeitsspeicher. Wenn Euer Arbeitsspeicher 4GB groß wäre, könntet ihr in das Feld „New Size (MiB)“ 4096 eintragen. Als Dateisystem müsst ihr hier „linux-swap“ auswählen. Letztlich erstellen wir noch die HOME-Partition in der erweiterten Partition. Sie bekommt den restlichen Speicherplatz und hat als Dateisystem auch „ext4“. Nun klickt oben auf „Apply“. Somit werden die Partitionsoperationen ausgeführt. Nun startet Ihr den Rechner neu. Dazu klickt man oben auf das Zahnrad-Symbol und dann auf „Herunterfahren …“.

Ist die Installation von Ubuntu erneut gestartet wählt Ihr Eure Sprache und klickt dieses Mal auf „Ubuntu installieren“. Im nächsten Schritt setzt Ihr die Haken, um automatische Aktualisierungen zu erhalten und um Dritt-Anbieter-Software zu erhalten. Auf der nächsten Seite wählt Ihr die Option „Etwas anderes“. Ihr gelangt so zu einem Partitionswerkzeug, in dem alle Partitionen aufgelistet sind. Klickt auf die Partition die ungefähr 20000 MB groß ist (es sollte „/dev/sda3“ sein). Klickt unten auf „Ändern“ und wählt als Dateisystem „ext4“, setzt bei „Formatieren“ einen Haken und wählt als Einhängepunkt „/“. Die HOME-Partition bekommt die gleichen Angaben, allerdings ist der Einhängepunkt hier „/home“. Für die SWAP-Partition wählt Ihr lediglich das Dateisystem, und zwar „linux-swap“.

Der restliche Ablauf der Installation sollte selbsterklärend sein und kann im ersten Artikel „Erste Schritte: Installation von Ubuntu (Teil 1)“ dieser Artikelreihe nachgelesen werden.

 

3 Kommentare zu “Erste Schritte: Ubuntu selbst neben Windows installieren (Teil 2)

  1. Als absoulter Linux-Neuling bin ich jetzt 2 Tage dran ein Dualboot System von Win7 und Ubuntu auf die Beine zu stellen. Deine Artikel hat den Knoten platzen lassen. Danke!

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